Die Mathematik der Verluste
Verluste und Gewinne sind nicht symmetrisch. Ein Depot, das 20 Prozent verliert, braucht 25 Prozent Gewinn, um wieder auf dem alten Stand zu sein. Bei 50 Prozent Verlust sind es 100 Prozent. Je tiefer der Einbruch, desto länger der Rückweg, und desto größer die Versuchung, mittendrin aufzugeben.
Genau das ist der zweite, oft teurere Schaden: Tiefe Einbrüche werden emotional unerträglich, Anleger verkaufen nahe am Tiefpunkt und machen den Buchverlust endgültig. Eine gute Absicherung begrenzt deshalb nicht nur den Verlust, sondern nimmt auch die Entscheidung aus der Hand, die in der Panik ohnehin selten gut ausfällt.
Ob sich das für Sie lohnt, hängt vor allem an Depotgröße und Anlagehorizont: Wer mit einem sechsstelligen Depot auf den Ruhestand zugeht oder gerade ein Schweizer Vorsorgeguthaben in Deutschland angelegt hat, kann einen tiefen Einbruch nicht mehr einfach aussitzen. In der Beratung gehört die Absicherungsfrage deshalb an den Anfang: erst die Analyse des Bestands, dann die Entscheidung, was abgesichert wird und mit welchen Limits.
Häufige Fragen zur Depot-Absicherung
Warum sollte ich mein Depot überhaupt absichern?
Wegen der Mathematik der Verluste: Wer 20 Prozent verliert, braucht 25 Prozent Gewinn, um den Stand von vorher zu erreichen. Wer 50 Prozent verliert, braucht 100 Prozent. Dazu kommt die Psychologie: Tiefe Einbrüche verleiten dazu, am Tiefpunkt zu verkaufen und den Verlust endgültig zu machen. Eine Absicherung begrenzt beides, den Schaden und die Panik.
Reicht es nicht, einfach eine Stop-Loss-Order zu setzen?
Eine Stop-Loss-Order verkauft, aber sie kauft nicht zurück. Ohne geregelten Wiedereinstieg sitzen viele Anleger nach dem Verkauf an der Seitenlinie und verpassen die Erholung. Dazu kommt: Klassische Stop-Loss-Orders funktionieren bei börsengehandelten Papieren, nicht bei klassischen Investmentfonds. Für Fondsdepots braucht es einen anderen Mechanismus.
Fallen bei den automatischen Umschichtungen Gebühren an?
Beim Depotmodell, mit dem ich arbeite, sind die Umschichtungen zwischen Fonds und Geldmarkt kostenfrei, und auf die regulären Ausgabeaufschläge gibt es vollen Rabatt. Welche laufenden Kosten Ihr konkretes Depot hätte, legen wir im Erstgespräch offen, bevor Sie sich entscheiden.
Muss ich mein bestehendes Depot dafür auflösen?
In den meisten Fällen nicht. Üblich ist ein Depotübertrag, bei dem die Fondsanteile ohne Verkauf übertragen werden. Ob Ihre Positionen übertragbar und absicherbar sind, prüfe ich im Rahmen der Analyse; über 7.000 Fonds lassen sich in das System einbinden.
Ab welcher Summe lohnt sich das?
Das System lässt sich ab 5.000 Euro Einmalanlage oder ab 50 Euro monatlich im Sparplan nutzen. Ob es sich lohnt, ist eine andere Frage: Je größer das Depot und je kürzer der Anlagehorizont, desto mehr Gewicht bekommt die Verlustbegrenzung. Das klären wir ehrlicherweise im Gespräch, nicht über eine Mindestsumme.
Wie verhindert das System unnötige Verkäufe bei normalen Schwankungen?
Die Limits arbeiten mit Toleranzkorridoren nach dem Trailing-Prinzip: Normale tägliche Schwankungen lösen keinen Verkauf aus, erst das Unterschreiten des definierten Abstands zum Höchststand. Ganz ausschließen lassen sich Fehlsignale trotzdem nicht, vor allem in nervösen Seitwärtsmärkten. Das gehört zur ehrlichen Rechnung dazu.
Kostet eine Absicherung Rendite?
Sie kann, und wer etwas anderes behauptet, ist nicht ehrlich. In Seitwärtsmärkten kann ein System aussteigen und teurer wieder einsteigen; solche Fehlsignale sind der Preis der Absicherung. Dafür begrenzt sie den Schaden in echten Abschwüngen. Ob dieser Tausch für Sie sinnvoll ist, hängt von Depotgröße, Anlagehorizont und davon ab, wie viel Verlust Sie aushalten können und wollen.
Sichert Fairway Invest jedes Depot ab?
Nein. Am Anfang steht die Analyse: Wie ist das Depot aufgebaut, welche Risiken stecken darin, was davon lässt sich sinnvoll absichern? Regelbasierte Absicherung eignet sich vor allem für Fondsdepots und Fondspolicen. Ob sie zu Ihrer Situation passt, klären wir im Erstgespräch, und manchmal lautet die Antwort auch: Ihr Depot braucht das nicht.